16.09.2016 Antwort des Verkehrsministeriums

Sehr geehrter Herr Centner,

anhängend übersende ich Ihnen das Antwortschreiben auf Ihre E-Mail vom 27.08.2016 an Herrn Staatsminister Al-Wazir.

Für Rückfragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Im Auftrag

Dr. Florian Schmitt

VI 6-B – Lärmschutz Straße, Verkehrssicherheit

Hessisches Ministerium für Wirtschaft,
Energie, Verkehr und Landesentwicklung
Kaiser-Friedrich-Ring 75
65185 Wiesbaden

27.08.2016 Brief an Tarek Al-Wazir und hessen mobil

Sehr geehrter Herr Al-Wazir, sehr geehrter Herr Pilz,

die Anwohner der A661 im Bereich Frankfurter Berg erleben momentan bezüglich des Autobahnlärms bessere Zeiten.

Wir danken dafür, dass zurzeit eine Tempobeschränkung auf 100 km/h besteht – dies aufgrund einer Baustellensituation. Dadurch ist eine merkliche Lärmminderung zu spüren.

Unser Wunsch ist die dauerhafte Einrichtung einer Tempobeschränkung an den Stellen, an denen die Autobahn direkt an Wohngebieten vorbeiführt. Es existiert zwar eine Lärmschutzwand. Diese ist aber nicht ausreichend lang und auch nicht ausreichend lärmmindernd.

Ein dauerhaftes Tempolimit wäre eine einfache und günstige Möglichkeit, die Bürger in den angrenzenden Wohngebieten besser zu schützen. Wir bitten deshalb um eine dauerhafte Geschwindigkeitsbeschränkung auf 100 km/h – besser 80 km/h.

Mit der Bitte um Prüfung und möglichst baldiger Umsetzung nach Beendigung der Bauarbeiten.

Mit freundlichen Grüßen

Eberhard Centner
Bürgerinitiative Frankfurter Berg

6-spuriger Ausbau der A661 mitten durch Frankfurter Wohngebiete

Zitat aus dem neuen Bundesverkehrswegeplan zum 6-spurigen Ausbau der A661:

„Der Ausbauabschnitt verläuft vom Bad Homburger Kreuz zur AS15 OF-Kaiserlei hauptsächlich durch siedlungsnahes Acker- und Grünland“

„Veränderung der Anzahl vom Verkehrslärm betroffenen Einwohner = 0“

Der 6-spurige Ausbau wird bzgl. der Umweltbetroffenheit als „gering“ eingestuft.

So will man sich anscheinend vor notwendigen Lärmschutzmaßnahmen drücken!

Einwände sind bis 2.5.2016 online möglich.

Hier die Stellungnahme der BI Frankfurter Berg:

Stellungnahme und Einwände der Bürgerinitiative Frankfurter Berg zum 6-spurigen Ausbau der A661 im Bereich Frankfurter Berg (Maßnahmen-Nummer 3 Teilprojekt 2 A661 AK Bad Homburger Kreuz – AS Offenbach Kaiserlei/Projektnummer A661-G30_HE-T2-HE)

Wir möchten folgende Hinweise, Einwände, Bedenken und Fragen zu den Ausführungen im neuen BVWP vorbringen:

Der Lärmschutz im Bereich Frankfurter Berg ist bereits jetzt unzureichend. Zwar gibt es eine Lärmschutzwand, diese hält aber den bereits aktuell vorhandenen Lärm durch die A661 – besonders bei Westwind, der überwiegend herrscht –  nicht genügend zurück. Sie ist zu kurz, d.h. sie endet zu früh an beiden Seiten und ist für den bereits jetzt zugenommenen Verkehr im Vergleich zur Inbetriebnahme zu schwach ausgelegt.  Zudem ist der gegenüberliegende Lärmschutzwall auf der Eschersheimer Seite höher als die Lärmschutzwand auf der Seite Frankfurter Berg, wodurch eine Verstärkung der Lärmwirkung entsteht.

Gegenüber den bereits jetzt betroffenen Bürgern wurde von Politikern betont, dass im  Rahmen des Ausbaus der A661 der Lärmschutz verbessert werden soll.  Es wurde auf  Flüsterasphalt hingewiesen, aber auch auf verbesserter Lärmschutz durch eine bessere Lärmschutzwand und auch eine Reduzierung der Geschwindigkeit auf 80 km/h nachts bzw. 100 km/h durchgängig durch das dichtbesiedelte Frankfurter Stadtgebiet, wozu auch der Frankfurter Berg und Eschersheim gehört.

Der Bürgerverein Frankfurter Berg e.V. forderte schon 2009 eine Einhausung der Autobahn im Bereich Frankfurter Berg. Auch der Ortsbeirat 10 forderte, dass der Magistrat sich beim sechsstreifigen Ausbau der Autobahn im Ortsbezirk 10 über weitere Schallschutzmaßnahmen und etwaige Geschwindigkeitsbegrenzungen hinaus für die Verwendung von zweischichtigem, offenporigen Asphalt als Fahrbahnbelag einsetzen solle. (Frankfurter Neue Presse vom 29.12.2009)

Zurzeit fahren nach letzten Verkehrszählungen ca. 80.000 Fahrzeuge/24 Stunden zwischen AS F-Heddernheim und AS F-Eckenheim (manuelle Verkehrszählung 2010 Link: http://www.bast.de/DE/Statistik/Verkehrsdaten-Downloads/2010/zaehlung-2010-BAB.pdf?__blob=publicationFile). 2030 nach dem Ausbau sollen es angeblich 107.000 Fahrzeuge/24 Stunden sein. Das wäre eine Steigerung um 34% mehr Verkehr, Lärm und Schadstoffe. Allerdings seien es angeblich bereits heute 117.000 Fahrzeuge (FNP vom 16.4.2016). Die im BVWP dargestellten Zahlen sind nicht nachvollziehbar und stehen somit bereits jetzt im Widerspruch mit der aktuellen Realität.

Im BVWP steht:
„Veränderung der Anzahl vom Verkehrslärm betroffenen Einwohner = 0“
Zum Einen werden durch erhöhtes Verkehrs- und damit Lärmaufkommen mehr Menschen betroffen sein. Zum anderen werden bis 2030 durch neue Wohn-Bebauungen an der A661 zusätzliche Betroffene entstehen. Beispielsweise wird zur A661 hin auf Eschersheimer Seite ein neues Baugebiet entstehen.

Außerdem steht im BVWP:

„Der Ausbauabschnitt verläuft vom Bad Homburger Kreuz zur AS15 OF-Kaiserlei hauptsächlich durch siedlungsnahes Acker- und Grünland“

Das klingt so, als würde die Autobahn A661 durch fast menschenleeres Acker- und Grünland führen und somit keine gesundheitsgefährdende und belastende Wirkung auf die Anwohner haben. Die A661 führt durch dicht besiedelte Räume und grenzt schon dicht an Wohnbebauungen in Bonames, Kalbach-Riedberg, Eschersheim, Frankfurter Berg, Preungesheim, Bornheim, Seckbach und Riederwald an! Bereits jetzt ist die Autobahn für diese Anwohner eine besondere Belastung, wogegen etwas getan werden müsste. Wieso versucht man, die zusätzlichen Auswirkungen des Ausbaus zu negieren, zu verniedlichen und klein zu rechnen?

Auch, dass der 6-spurige Ausbau bzgl. der Umweltbetroffenheit als „gering“ eingestuft wird, empfinden wir als unseriös.

Wo werden die Belange des Immissionsschutzes berücksichtigt?

Inwieweit wird berücksichtigt, dass durch die Verbindung zur A66 durch den Riederwaldtunnel eine Megaautobahn entsteht mit wesentlich mehr Fahrzeugen als bisher prognostiziert?

Was die Anwohner brauchen:

  • Lärmschutzeinrichtungen, die ihren Namen verdienen, z.B. eine effektive Lärmschutzwand (am besten eine Einhausung mit Filteranlage) – ohne erneute finanzielle Belastung der betroffenen Anwohner
  • Temporeduzierung von 80 km/h (nachts) und 100 km/h (tags)
  • Verwendung von Flüsterasphalt
  • Veröffentlichung der Planfeststellungsbeschlüsse